01 In diesem Kapitel schauen wir uns die Pyramide der Risikoklassen an. 02 Die Pyramide hat 5 Stufen. Ganz unten befindet sich die größte Sicherheit bei geringster Rendite. Je weiter man nach oben geht, desto größere Renditen sind prinzipiell möglich, was jedoch auf Kosten der Sicherheit geht. Die Stufen lauten sicherheitsorientiert, konservativ, renditeorientiert, spekulativ und sehr spekulativ. Auf jeder Stufe finden sich Finanzprodukte, die in anderen Videos genauer betrachtet werden. 03 Die erste, unterste Stufe ist sicherheitsorientiert mit dem Fokus auf die Sicherheit mit garantiertem Erhalt Ihres Vermögens. Dies kann beispielsweise durch eine gesetzliche Einlagensicherung garantiert werden. Die hohe Sicherheit erkaufen Sie sich entweder mit einer sehr langfristigen Bindung durch Festgeld oder mit eher niedrigen Renditen. 04 Typische Produkte dieser sicherheitsorientierten Risikoklasse sind Tagesgeld, Festgeld und Sparbrief, ein Bausparvertrag sowie Gold und Papiergeld. 05 Die harmonisierte europäische Einlagensicherung besteht nach aktuellem Stand in Höhe von einhunderttausend Euro pro Einleger und Bank. Der Schutz kann sich für einen bestimmten Zeitraum auf bis zu fünfhunderttausend Euro erhöhen für Einlagen, die für die Lebensführung des Einlegers von besonderer Bedeutung sind. Im Falle einer Bankinsolvenz sollen spätestens ab 2024 Kontoinhaber ihre Einlagen innerhalb von sieben Tagen zurück erhalten. In Deutschland wurde diese Frist bereits ab dem 1. Juni 2016 von zwanzig auf sieben Arbeitstage verkürzt. Hier herrscht traditionell ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit. 06 Die zweite, konservative Stufe der Pyramide bietet ebenfalls eine hohe Sicherheit, jedoch bei einem etwas höheren Ausfallrisiko. Hier sind nur durchschnittliche Renditen zu erwarten. 07 Typische Produkte dieser Risikoklasse sind festverzinsliche Wertpapiere, Anleihen von Staaten und Unternehmen mit Investment Grade Rating, Geldmarktfonds sowie Rentenfonds aus Nordeuropa. 08 Die dritte Stufe ist renditeorientiert bzw. ertragsorientiert. Einzelne Unternehmen können jederzeit pleite gehen, gegebenenfalls durch Ereignisse eines schwarzen Schwans. Das Risiko ist bei näherer Betrachtung und breiter Streuung jedoch noch überschaubar. Basiskenntnisse der Produkte und der Unternehmen sind für den Anleger aber absolut notwendig. 09 Typische Produkte dieser Risikoklasse sind Value-Einzelaktien, gegebenenfalls mit hoher Dividendenrendite, Value-Aktienfonds und ETFs, internationale Rentenfonds und aktiv verwaltete Mischfonds sowie gegebenenfalls Immobilien. 10 Die vierte, spekulative bzw. wachstumsorientierte Stufe führt zu einer weiteren Verschiebung zu Lasten der Sicherheit und zu Gunsten der möglichen Rendite. Mit jeder weiteren Risikoklasse werden detailliertere Kenntnisse der Finanzprodukte und des Umfelds notwendig. 11 Typische Produkte dieser Risikoklasse sind Einzelaktien-Nebenwerte und Growth-Aktien sowie hochspekulative Anleihen von Staaten und Unternehmen. 12 Die Spitze der Pyramide bilden sehr spekulative Anlagen. Spekulativ oder risikofreudig bedeutet jedoch nicht waghalsig! Aber ein vollständiger Verlust der Anlage ist statistisch nicht unwahrscheinlich. Die möglichen Renditen sind jedoch auch sehr hoch. 13 Typische Produkte dieser Risikoklasse sind mehr oder weniger gehebelte Optionsscheine und KO-Produkte, Aktienfonds der Emerging Markets, Anleihen mit niedrigem Rating, die man auch Junkbonds nennt, Kryptowährungen sowie Liebhaber- und Sammlerobjekte. Solche Sammlerobjekte können beispielsweise Autos, Weine, Whisky, Münzen oder Kunstobjekte wie Gemälde sein. 14 Unter Verwendung der Pyramide der Risikoklassen kann man nun Portfolios für verschiedene Anlegertypen mit den passenden Finanzprodukten zusammenstellen. Der sicherheitsorientierte Anleger hat beispielsweise keinerlei hochspekulative Finanzprodukte in seinem Portfolio. Die sicheren grünen Anlagen machen 50% aus. Beim renditeorientierten bzw. ertragsorientierten Anleger in der Mitte sind alle Finanzprodukte vorhanden, die hochspekulativen roten Anlagen machen jedoch nur einen sehr kleinen Prozentsatz aus. Der hochspekulative Anlegertyp hat in etwa eine Gleichverteilung der höchsten drei Stufen der Pyramide. Sichere Anlagen, die nur sehr wenig Rendite versprechen, kommen bei ihm fast nicht vor. In diesem Kapitel schauen wir uns die #Pyramide der #Risikoklassen an: #sicherheitsorientiert, #konservativ, #renditeorientiert, #ertragsorientiert, #spekulativ, #wachstumsorientiert und sehr spekulativ Dazu werden passende #Finanzprodukte jeder Stufe vorgestellt. Abschließend werden passende #Portfolios für die verschiedenen #Anlegertypen anhand der Pyramide diskutiert.